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Vierjähriges Projekt zum Kinderschutz in DRK-Kitas abgeschlossen

14.10.2011 11:22

(15/2011)

Am 11. Oktober 2011 fand im Rahmen einer Fachtagung im DRK-Schulungszentrum in Hannover-Misburg der offizielle Projektabschluss der DRK-Kinderschutzoffensive „Früh erkennen – besonnen handeln“ statt.

Auch Horst Horrmann, Präsident des DRK-Landesverbandes Niedersachsen, war zur Abschlussveranstaltung gekommen: „Wie wichtig das Thema Kinderschutz ist, führen uns leider immer wieder die schrecklichen Fälle von Kindesmisshandlungen bis hin zu -tötungen auf erschütternde Weise vor Augen“, so der Präsident, der zugleich auf die aktuelle Berichterstattung in den Medien verwies.

Im September 2007 hatte der DRK-Landesverband Niedersachsen in Kooperation mit der Landesstelle Jugendschutz Niedersachsen die Kinderschutzoffensive gestartet. Ziel war es, den Kinderschutz als zentrales Thema in den niedersächsischen DRK-Kindertagesstätten durch regionale Informations- und Fortbildungsveranstaltungen zu verankern. „Wir sind stolz darauf, dass in allen unseren 325 Kindertagesstätten mindestens eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter im Bereich Kinderschutz geschult ist“, erklärt der Projektleiter und Fachreferent für Kinder- und Jugendhilfe im DRK-Landesverband Andreas Bergmann.

Dafür hatte das DRK gemeinsam mit der Landesstelle Jugendschutz in einer ersten Projektphase 13 eintägige Informationsveranstaltungen durchgeführt und in einer zweiten Phase 23 sechstägige Fortbildungen zur Vertiefung des Themas.

Zum einen ging es darum, die rechtlichen Grundlagen des Kinderschutzauftrags verbunden mit dem § 8a SGB VIII zu vermitteln. Zum anderen wurde aber auch beispielsweise über unterschiedliche Formen von Kindesmisshandlung und Vernachlässigung aufgeklärt, die Folgen von Gewalt gegen Kinder erörtert und auf Risikofaktoren im Elternhaus hingewiesen. Was ist zu tun, wenn ein Verdacht auf Kindeswohlgefährdung besteht? Wie und wann ist die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt geboten? Welche externen Fachkräfte können herangezogen werden? Wie spricht man die Eltern an und wie geht man mit dem betroffenen Kind um? Für all diese Fragen haben die Workshopreihen eine Möglichkeit des gegenseitigen Austausches sowie konkreter Handlungsstrategien gegeben.

Auch ein Qualitätsstandard für den Kinderschutz wurde in dieser Zeit entwickelt und in den DRK-Kitas verbindlich umgesetzt. Wer an der Fortbildungsreihe teilgenommen hat, kann sich außerdem noch weiter zur Kinderschutzfachkraft beim DRK qualifizieren.

„Das Projekt ist jetzt offiziell abgeschlossen. Der Kinderschutz bleibt aber natürlich auch weiterhin ein wichtiges Thema in unseren Kitas. Veranstaltungen und Fortbildungen wird es dazu für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren DRK-Kindertageseinrichtungen auch zukünftig geben“, so Dr. Ralf Selbach, Landesgeschäftsführer des DRK-Landesverbandes Niedersachsen.

Zur Abschlussveranstaltung waren rund 130 Teilnehmer gekommen, neben DRK-Kitamitarbeitern auch Vertreter anderer Wohlfahrtsverbände und städtischer Kindergärten. Neben sechs Workshops, die sich u. a. mit den Themen häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe, Kooperation mit schwer erreichbaren Eltern oder der Kommunikation mit Kindern über Gewalt auseinandersetzten, kamen an diesem Tag auch zwei Gastreferentinnen. Cordula Lasner-Tietze vom Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes aus Berlin sprach über die Rolle der Kita im Kinderschutz und Dr. Antje Richter-Kornweitz von der Landesvereinigung für Gesundheit aus Hannover über das Thema Resilienz. Resilienz meint im weitesten Sinne die Fähigkeit von Menschen, auch unter schweren Bedingungen und Krisensituationen ihre psychische Gesundheit oder Widerstandskraft zu erhalten.

14.10.2011 11:22. Alter: 2 yrs