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Alleinerziehende brauchen dringend Ganztagesbetreuung für Kinder – Studie beweist gesamtwirtschaftliche Effekte

29.03.2012 12:10

(03/12)

Beinahe täglich müssen DRK-Einrichtungen Eltern abweisen, die dringend einen Kita-Platz brauchen, um arbeiten zu können. Besonders bei Alleinerziehenden führt das häufig zur Abhängigkeit von Transferleistungen und zur Armut. Das Deutsche Rote Kreuz initiierte deshalb eine Studie, um Kosten und Nutzen von Ganztagesbetreuung für Eltern, Kinder und die öffentliche Haushalte deutlich zu machen.

Mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums führte das Institut der Deutschen Wirtschaft die Untersuchung durch, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Die Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Ein flächendeckendes Betreuungsangebot für den ganzen Tag könnte bundesweit 110.000 Alleinerziehende in Arbeit bringen und über 175.000 Kinder wären besser abgesichert. Zusammengerechnet wären das so viele Menschen, wie in einer mittleren Großstadt zu Hause sind.

Allein in Niedersachsen liegt das sogenannte Armutsrisiko für Alleinerziehende bei fast 40 Prozent. Eine Ganztagesbetreuung, auch schon für unter 3jährige, würde nicht nur den Müttern den Weg zurück ins Berufsleben erleichtern und damit Ihnen eine finanzielle Grundsicherung ermöglichen, sondern den Kindern auch den Zugang zu qualifizierter Bildung ermöglichen.

In der Studie werden Kosten und Nutzen klar herausgestellt. Der Rechtsanspruch für Alleinerziehende rechnet sich für den Steuerzahler. Das Angebot würde die öffentliche Hand etwa 2,4 Milliarden Euro jährlich kosten. Durch die steigende Erwerbsbeteiligung von Alleinerziehenden könnten gleichzeitig 441 Millionen Euro an Transferleistungen eingespart und 1,4 Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen eingenommen werden. Das rechnet sich schon auf mittlere Sicht.

Das DRK unterstützt die Regierung in ihrem Bestreben, gerade den Ausbau der Plätze für unter 3jährige voranzutreiben. Die Erfahrungen jedoch zeigen deutlich: Nur mit einem Rechtsanspruch haben die Eltern eine Chance, tatsächlich bedarfsgerechte Angebote zu finden. Deshalb appelliert das Deutsche Rote Kreuz an die Politik, einen Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung für alle Kinder zwischen 1 und 12 Jahren im Sozialgesetzbuch zu verankern.

In Niedersachsen wird bisher für nur 18 Prozent der unter 3jährigen ein Betreuungsplatz zur Verfügung gestellt.

Nicht nur der quantitative Ausbau der Betreuung muss jedoch nach Ansicht der Experten im DRK in den Focus gerückt werden. Auch die qualitativen Rahmenbedingungen, wie ausreichend qualifiziertes Personal und kleine Gruppen, spielen eine gewichtige Rolle.

Das DRK betreibt in Niedersachsen 336 Kindertagestätten.

29.03.2012 12:10. Alter: 1 year