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Lob für Ehrenamt in Flüchtlingshilfe und Forderung nach Optimierung des Zivil- und Katastrophenschutzes für aktuelle Bedrohungslagen

12.11.2016 14:00

(21/2016)

Auf der 69. Landesversammlung, der Mitgliederversammlung des DRK-Landesverbandes Niedersachsen, die heute in der Niedersachsenhalle im HCC in Hannover stattfand, waren die Themen Flüchtlingshilfe, Rettungsdienst und Katastrophenschutz wichtige Themen. Rund 230 Gäste nahmen teil, darunter vor allem die Vertreter der 46 Kreisverbände. Auch Ministerpräsident Stephan Weil und DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters sprachen zu den niedersächsischen DRK-Vertretern.

Der Niedersächsische Ministerpräsident Stepan Weil würdigte die enormen Leistungen der ehrenamtlichen DRK-Helferinnen und Helfer im Rahmen der Flüchtlingsarbeit und machte zugleich die besondere Leistungsfähigkeit des DRK deutlich: "Ich bedanke mich sehr herzlich bei allen Helferinnen und Helfern des DRK-Landesverbandes für ihr Engagement. Ohne diese oftmals ehrenamtlich geleistete Arbeit wären die Herausforderungen der vergangenen Monate - insbesondere die Betreuung der vielen tausend geflüchteten Menschen - in Niedersachsen nicht zu bewältigen gewesen. Und besonders freue ich mich darüber, dass dieses Engagement bis heute unverändert anhält. Ich empfinde größte Hochachtung vor dieser Einsatzbereitschaft."

DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters bekräftigte dies: "Ein besonderes Wort des Dankes und der Anerkennung richte ich an die vielen humanitären Helfer in Deutschland, die sich in den vergangenen 12 Monaten um die Betreuung und Versorgung der Flüchtlinge gekümmert haben. Deutschland kann stolz sein auf das bürgerschaftliche Engagement in unserem Lande - in vielen kirchlichen, sozialen, humanitären Organisationen und natürlich auch im Roten Kreuz."

Der Präsident des DRK-Landesverbandes Niedersachsen Hans Hartmann ging in seiner Ansprache ebenfalls auf die großartige Leistung des Ehrenamtes bei der Flüchtlingshilfe ein. "Die Strukturen des Katastrophenschutzes mit einer breiten Basis an ehrenamtlichen Kräften in den Bereitschaften haben sich auch bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise bewährt."

Zugleich stellte er aber fest, dass der Katastrophen- und Zivilschutz sich nun auch auf ganz andere Krisenlagen und Szenarien einstellen müsse. Neben den bekannten Naturkatastrophen etwa auf Pandemien sowie Terroranschläge, sogenannte schmutzige Bomben, Cyberattacken, die KRITIS-relevante Strom- und Computernetze lahmlegen, und anderes.

Der DRK-Landesverband Niedersachsen sehe Optimierungsbedarf in Hinblick auf die öffentlichen Strukturen des Zivil- und Katastrophenschutzes als auch auf die materiellen Vorhaltungen. "Es wird in diesem Zusammenhang erforderlich sein, die Hilfsorganisationen zum Beispiel mit Schutzkleidung für sogenannte CBRN-Einsätze, also Anschläge mit chemischen, biologischen, radiologischen oder nuklearen Stoffen, besser auszustatten. Auch zum Beispiel Ausbildung und Training für solche Fälle müssen neu konzipiert und dann auch finanziert werden, wofür unter anderem zusätzliche Landesmittel nötig wären."

Hintergrundinfos:

Was ist die Landesversammlung?
Die jährlich stattfindende Landesversammlung ist die Mitgliederversammlung und das oberste Beschlussorgan des DRK-Landesverbandes Niedersachsen. Seine 46 Mitgliedsverbände - die Kreisverbände - und sechs weitere juristische Personen entsenden jeweils ihre Vertreter. Den Vorsitz führt der Landesverbandspräsident. Aufgabe der Landesversammlung ist es u. a. das Präsidium zu wählen, über Satzungsänderungen oder Ordnungen zu beschließen, das Präsidium für das vergangene Haushaltsjahr zu entlasten sowie die Wirtschafts- und Stellenpläne für das kommende Jahr zu genehmigen.

Zahlen und Fakten zum Roten Kreuz im Bereich des DRK-Landesverbandes Niedersachsen:
270.000 Mitglieder, davon 240.000 fördernde, 30.000 ehrenamtlich Aktive, davon 6.700 im Jugendrotkreuz und rund 6.500 in den Bereitschaften, die für den Katastrophenfall bereitstehen. 46 DRK-Kreisverbände mit 1.144 Ortsvereinen. Mehr als 15.000 hauptamtliche Mitarbeiter. Mehr als 600 junge Menschen leisten einen Freiwilligendienst. 148 Rettungswachen, 68 stationäre Altenpflegeeinrichtungen, 75 ambulante Pflegedienste, 362 Kindertagesstätten, 79 Kleiderkammern und 58 Kleidershops. Bildungs- und Trainingseinrichtungen wie: Landesschule Bad Pyrmont, Haus des Jugendrotkreuzes in Einbeck, Rettungsschule Niedersachsen (in Goslar, Hannover und Hude), Familienbildungsstätte in Hannover.

Notunterkünfte für Flüchtlinge in Niedersachsen 2015/16:
Im Auftrag des Landes Niedersachsen und auf kommunaler Ebene hatte das DRK in Niedersachsen gut 20.000 Plätze für Flüchtlinge geschaffen. Rund 5.000 ehrenamtliche Kräfte des DRK hatten dabei unterstützt sowie 2.000 spontane Helferinnen und Helfer.

12.11.2016 14:00. Alter: 136 days